Seit ein paar Tagen bin ich nun Besitzer eines Palm Pre. Was ich in diesen bzgl. offener Protokolle zum Datenaustausch erleben musste gleicht wahrlich einem Albtraum. Um es aber gleich vorne weg zu nehmen. Wer als Desktop-System ein Linux sein Eigen nennt und keinen Google-Account anlegen möchte, sollte sofort einen weiten Bogen um das Palm Pre machen. Zumindest mit der aktuellen Firmware. Ob sich das mit der Firmware 1.2 bessern wird, kann man bisher nur mutmaßen.
Aber nun erst mal der Reihe nach. Wer einen “normalen” Test über das Palm Pre lesen möchte, sollte das besser bei Golem machen.
In meinem Artikel Termine und Kontakte mit freier Software und offenen Formaten von 2007 habe ich Anforderungen definiert, die nach wie vor Bestand haben:
- Nur freie Software und ein offenes Format soll verwendet werden, damit die Software ggf. gegen eine andere ausgetauscht werden kann
- Ich will meine Kontakte und Termine mit meinem Mobiltelefon synchronisieren können
- Farbliche Unterscheidung von Kategorien bei Terminen
- ggf. Weiterverarbeitung der Daten in eigenen Programmen
- Daten müssen auf mehr als zwei Systemen synchron bleiben
- Linux und Windows müssen unterstützt werden
- Keine privaten Kalendereinträge sollen in die PIM-Datenbank meines Arbeitsgebers gelangen
Basierend auf diesen Anforderungen, habe ich das Palm Pre getestet.
Nach dem ersten Einschalten des Geräts, muss man erst mal einen sog. Palm-Account anlegen. D.h. Palm hat eine genaue Zuordnung von Person und Gerät, was mit persönlich nicht wirklich gefällt. Später habe ich dann rausgefunden, dass viele Daten in regelmäßigen Abständen auf die Server von Palm übertragen wird. In der Hilfe wird zwar die Verschlüsselung erwähnt, aber auch das ist mir nicht recht. Man könnte ja zumindest fragen, ob ich das will und nicht erst einfach mal machen. Inzwischen habe ich das Zwangsback meiner Daten abgeschaltet.
Der nächste Schritt ist dann, alle Kontaktdaten auf das Telefon zu bringen. Trotz intensiver Suche habe ich keine Lösung für Linux gefunden, meine Kontakte aus eine vcf-Datei (Thunderbird-Adressbuch), ohne den Umweg über einen Drittanbieter-Dienst wie z.B. Google-Mail in das Telefon zu bekommen.
Genau das gleiche Problem stellte sich mir, als ich die Synchronisation meiner ics-Dateien aus Lightening auf das Palm Pre versucht habe. Wieder nur der Umweg über einen Drittanbieter-Dienst wie z.B. Google-Calendar.
Damit fällt dieses Telefon für mich erst mal komplett aus, weil es zwei sehr wichtige Punkte meiner Liste nicht stand hält:
- Nur freie Software und ein offenes Format soll verwendet werden, damit die Software ggf. gegen eine andere ausgetauscht werden kann
- Linux und Windows müssen unterstützt werden
Bleibt abzuwarten, was die neue Firmware 1.2 bringen wird, die für Anfang November erwartet wird.
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